12. Spieltach: Zweite – BC Hohenlimburg 4

12. Spieltach: Zweite – BC Hohenlimburg 4

Die Tesla-Aktie befindet sich auf Talfahrt, der Döner danach kostet mehr als das Fiege davor und Arminia Bielefeld steht im DFB-Pokalfinale. Die Welt steht wahrhaftig Kopf. Und auch unsere Zweite erlebte am 29.03 etwas, das manch einer diese Saison nicht mehr für möglich gehalten hätte. Aber wie sagt man so schön: Alle guten Dinge sind drei…mal vier. Oder so ähnlich

Mit reichlich Verspätung aufgrund von Verlegungen bestritt unsere Zweite Spieltag Nummer 12. Zuhause in der Goethe-Arena ging es bei bestem Frühlingswetter gegen den BC Hohenlimburg 4. Zunächst war dabei alles normal, in dem Sinne, dass, wie immer bei der Zweiten, eigentlich gar nichts normal war und personell im Vergleich zu den letzten Spielen wieder einmal ordentlich durchgemischt wurde: Einzel-Legende Schmitti kehrte zurück wie ein Handfeger, der auf Rache sinnt. Dafür fehlte Alex, in den letzten Wochen sowas wie der Adoptivsohn der Zweiten. Außerdem setzte Kores diese Woche aus. Für ihn sprang Wolkan ein, um bei der Gelegenheit seine Bewerbungsunterlagen für die Bezirksliga einzureichen. Das Aufstellungskarusell drehte sich also schneller als der Kopf nach dem siebzehnten Glas Goldmuskateller auf der Weinmesse im Anschluss an den letzten Spieltag: Martin und Robin im ersten, Wolkan und Schmitti im zweiten Doppel. Wieder mal zwei komplett neue Kombinationen. Na, das kann ja heiter werden.

Heiter und vor allem spannend wurde es tatsächlich: Das Damendoppel ging kampflos an den VfL, unsere Zweite startete also mit einer 1-0 Führung in das Spiel. Die konnten die Gegner jedoch prompt ausgleichen, denn im ersten Herrendoppel ergab sich ein allzu bekanntes Bild: Unsere VfLer waren zwischenzeitig gut im Spiel, in den entscheidenden Situationen fehlte aber das letzte Quäntchen Präzision und Glück.

Komplett anders verlief dagegen das zweite Doppel: Wolkan und Schmitti waren zu Beginn vor allem beim Thema Laufwege noch überhaupt nicht auf einer Wellenlänge. Die beiden brauchten eine ganze Weile, um sich zu beschnuppern und wenn einer loslief, wirkte der andere fehl am Platz wie ein Joghurtbecher in einem koscheren Grillrestaurant. Die ersten Ballwechsel verliefen also eher so semi – bis sich Wolkan dazu entschied, einfach die gesamte Laufarbeit selbst zu übernehmen und über’s Feld zu rennen wie ein Border Collie nach einem Besuch auf der Berghain-Toilette. Schmitti währenddessen stimmte prompt in den Groove mit ein, ergänzte vorne am Netz die Mixed-Dame und verwandelte jeden Ball, den der Wolkan’sche Vorschlaghammer nicht eh schon im Boden versenkt hatte, zum nächsten Punkt. Mit der Taktik schafften sie es, sich den ersten Satz zu sichern. Im zweiten Satz hatten die beiden dann einen kurzen Durchhänger, Satz 3 ging jedoch erneut an die frisch gebackene Traum-Paarung. Zwischenstand nach den Doppeln: 2-1 für die Zweite. Ob hier dieses Mal tatsächlich was geht?

Die Herren waren mittlerweile eh schon warm, also ging es nun weiter mit dem Mixed. Letzte Woche erkämpften sich Robin und Dalle souverän den ersten gemeinsamen Sieg der Saison. Diese Woche war hier jedoch leider nicht viel zu holen, denn die gegnerische Mixed-Dame war eiskalt am Netz wie der Online-Shop von Bofrost. Das anschließende Dameneinzel entwickelte sich zu einem Wechselbad der Gefühle, bei dem das Ergebnisse dem Spielverlauf nicht ganz gerecht wurde: Nina warf alles in die Waagschale und erkämpfte sich viele knappe Ballwechsel, erlitt jedoch ein ähnliches Schicksal wie die Herren im ersten Doppel: Im entscheidenden Moment war der Badminton-Gott nicht auf ihrer Seite und so ging die Partie in zwei Sätzen an ihre Gegnerin. Neuer Spielstand: 2-3.

Die Entscheidung fiel also in den Herreneinzeln und da nahm das Wunder nun endgültig seinen Lauf: Martin lieferte eine bockstarke Performance im ersten Einzel ab und entschied das äußerst sehenswerte Spiel mit vielen knappen Ballwechseln in zwei Sätzen für sich. Währenddessen hatte Schmitti dank Wolkans Extra-Schicht im Doppel noch jede Menge Kraft in den Beinen. Dementsprechend konnte er seine ganze Erfahrung und sein ganzes Können aufs Feld bringen und einen ungefährdeten Sieg in zwei Sätzen einfahren. Und Wolkan? Bei dem wurden die Beine nach dem ungewöhnlichen Doppel zwar langsam aber sicher schwerer. Wenn man aber wie Wolkan am Samstag a) technisch deutlich stärker ist, als sein Gegner und b) den mit Abstand härtesten Smash von allen Anwesenden besitzt, macht das herzlich wenig aus. Und so geschah es: Wolkan holte erneut den Vorschlaghammer raus, jagte seinen Gegner quer übers Feld und gewann beide Sätze deutlich und hochverdient zu 12. Endstand 5-3. Da ist er endlich: Der erste Saisonsieg unserer Zweiten! Es gibt doch noch Wunder auf diesem Planeten!

Spaß beiseite: Auch wenn der Sieg an der Tabelle-Situation nichts mehr ändert: Sich nach so einer Horror-Saison, die sich alle sicherlich anders erhofft hatten, im vorletzten Spiel noch einmal alles zu geben und sich den Sieg zu erkämpfen, verdient maximalen Respekt. In dem Sinne: Hut ab vor diesem Kampfgeist und herzlichen Glückwunsch!

Hier findet ihr alle Ergebnisse des Spiels.

Jonas
Jonas

Die Kommentare sind geschlossen.